Hallo zusammen!

Am Donnerstag sind David und ich nach unserer Rundtour durch den Norden zurück in Whangarei gelandet. Ich jetzt erst mal wieder in der Jugendherberge, David dagegen ist mit dem Bus weiter gefahren nach Auckland. Freitag war ich beim Job Search Center, so eine Art Arbeitsamt, hab dort nach Jobs gesucht und meinen Lebenslauf bei einem der Mitarbeiter gelassen. Der meinte aber gleich, dass er nur wenige befristete Angebote rein bekommt. Also doch wieder Klinkenputzen… Und wenn das nichts bringt, werde ich wohl Richtung Napier bzw. Hastings fahren, das ist wohl ein riesiges Weinanbaugebiet, die jetzt mit dem sog. pruning (Äste zurückschneiden) beginnen.

Freitag hab ich dann unter anderem in den Nachrichten gesehen, dass Barrack Obama in Berlin war und dort vor großem Publikum eine Rede gehalten hat. Schon komisch, sowas von hier aus zu sehen. In den deutschen Nachrichten war das bestimmt DAS Thema, hier kam das unter „ferner liefen“. Das hier viel wichtigere Thema war der große Sturm, der über die komplette Nordinsel hinweggefegt ist. Wer nicht unbedingt raus muss, solle mit dem Hintern zu Hause bleiben.

Wie angekündigt, hat es am Samstag Morgen schon beim wach werden richtig heftig geregnet und gestürmt. Ich hab den kompletten Vormittag mit Tee trinken und meinem Ms Marple-Buch verbracht. Ich lese jetzt englische Bücher!!! (Vielleicht sollte ich dazusagen, dass ich die richtige englische Literatur, „Sense and Sensibility“ von Jane Austen, schon wieder an die Seite gelegt habe. Das war mir zu kompliziert, hat keinen Spaß gemacht. Agatha Christie ist da doch vom Schwierigkeitsgrad einige Level drunter anzusiedeln…) ;-)

Nachmittags kam der bei mir unvermeidliche „Ich muss hier mal raus!“-Koller, und als der Regen eine Pause gemacht hat und das Schlimmste vorüber schien, bin ich mal ein paar Schritte vor die Tür. Später hab ich von ein paar Mädels gehört, dass das aber nur die Ruhe vor dem (zweiten, noch schlimmeren) Sturm war. Das Cafe am Hafen, in dem die beiden arbeiten, und auch ein großer Supermarkt in der Nähe haben frühzeitig geschlossen, damit erst alle Kunden nach Hause verschwinden und dann auch alle Mitarbeiter weg geschickt werden können. Wie versprochen hat es dann später am Abend auch noch mal richtig stark gestürmt und geschüttet.

Ist wahrscheinlich schwierig zu erkennen, aber der Hafen hat Hochwasser, viele der Boote mussten den Hafen sogar verlassen, weil es wohl zu gefährlich für sie wurde.

Sieht hauptsächlich nebelig aus, aber besser konnte ich Sturm, Regen und Hochwasser nicht für euch einfangen…

Als ich heute (Sonntag) morgen zum frühstücken in die Küche/den Aufenthaltsraum kam, lief dort schon wieder der Fernseher, irgendein Kriegsfilm, in dem entweder geschossen oder geschriehen (?) wurde. Echt anstrengend, und das schon am frühen Morgen! Deswegen bin ich später in den zwar nicht so gut geheizten, dafür aber angenehm ruhigen zweiten Aufenthaltsraum geflohen:

Hatte ich eigentlich schon mal erzählt, dass ich seit neuestem Kiwis esse? Darf ich ja eigentlich gar nicht erzählen: Nach Neuseeland fahren und dann so was… Zunächst hatte ich mal eine von den „Golden Kiwis“ probiert: Die sind innen gelb statt grün, von außen nicht so pelzig und süßer als die grünen. Später hab ich mich auch an die grünen ran getraut, und ziehe ich inzwischen den gelben vor. Weil die grünen Kiwis hier obendrein unwahrscheinlich billig sind (weniger als 50 Euro-Cent pro Kilo, wachsen ja hier direkt um die Ecke), stellen meine täglichen ein, zwei, drei grünen Vitamin-Bomben sicher, dass ich auch diesbezüglich ja keine Mangelerscheinungen kriege! :-)

Liebe Grüße,
Harald